Aufbruch

Aufbruch
Ein Film von Hermine Huntgeburth nach dem Roman von Ulla Hahn

Teufelsbraten, der Zweiteiler nach Ulla Hahns autobiografisch geprägten Roman: Das verborgene Wort, wurde nach seiner Ausstrahlung im Jahr 2007 unter anderem mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Nun folgt die Fortsetzung: Aufbruch basiert auf dem gleichnamigen Folgeroman der gefeierten Schriftstellerin und erzählt von dem leidvollen Kampf der Hilla Palm um Selbständigkeit und Bildung im Deutschland der frühen 60er Jahre. Hilla hat es geschafft: Weil die Pfarrei für ihr Schulgeld aufkommt, darf sie das Aufbaugymnasium besuchen und Abitur machen. Doch ihre Familie beäugt die Liebe Hillas zur Sprache, zu Büchern und zur Bildung skeptisch. Ihr Vater ist einfacher Arbeiter, ihre Mutter arbeitet als Putzfrau, die Großmutter hilft im Haushalt. Hilla, die als einzige in der Familie Hochdeutsch gelernt hat, wirkt in dieser bildungsfernen Welt wie ein Fremdkörper. Was will das Mädchen mit dem Abitur? Im Deutschland der frühen 60er Jahre soll eine junge Frau eine Familie gründen, alles andere sind nur Flausen. Doch mit dem Pastor ihrer Gemeinde hat Hilla einen starken Fürsprecher, der ihr sogar ein Stipendium für ein Studium in Aussicht stellt. Im Gymnasium ist sie erst einmal Außenseiterin. Nicht nur ihre ärmliche Kleidung, auch ihr Ehrgeiz und ihre Belesenheit sind den anderen zunächst suspekt. Wirklich Zuhause fühlt Hilla sich in der Buchhandlung von Julius Buche, wo sie sich mit der geliebten Literatur eindeckt – sofern sie sie sich leisten kann. Dort lernt sie auch einen jungen Mann kennen, Godehard van Keuken, Geologie-Student und Spross einer reichen Familie. Die beiden kommen sich näher, und Godehard öffnet ihr die Tür zu einer neuen Welt. Doch kann das gut gehen: sie, das arme Mädchen, und er, der reiche Fabrikantensohn? Eine andere wichtige Person in Hillas Leben wird ihre Mitschülerin Monika Blumental, ein wildes, schönes Mädchen mit wohlhabenden Eltern, mit der Hilla Freundschaft schließt. Doch auch hier wird sie aufgerieben zwischen den Zwängen und Einschränkungen ihrer Herkunft und dem, was sein könnte. Hilla muss sehr für ihren Weg kämpfen, für ihre Sehnsucht nach freiem Denken inmitten der Begrenztheit der Adenauer-Zeit. Denn ihr Ziel, einmal ein selbstbestimmtes Leben als Schriftstellerin zu führen, passt so gar nicht zu dem, was ihre Eltern und die Männer von ihr erwarten. Der Rettungsanker bleibt das Stipendium fürs Studium, das sie jedoch nur bekommt, wenn sie ihre Schwierigkeiten in Mathematik überwindet. Doch als Hilla Opfer einer Gewalttat wird, droht das Erlebte ihre Zukunftspläne zunichte zu machen.

Spielfilm
Fertiggestellt
90 Minuten
Regie
Hermine Huntgeburth
Drehbuch
Volker Einrauch
Kamera
Sebastian Edschmid
Schnitt
Uta Schmidt
Szenenbild
Bettina Schmidt
Oliver Koch
Musik
Andreas Schäfer
Ton
Sylvain Remy
Produktion
Gerd Haag
Ko-Produktion
WDR
Herstellungsleitung
Cornelia Kellers
Redaktion
Sophie Seitz
Förderung
Film- und Medienstiftung NRW